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mit königsfedern

ernst jandl

Massivholz aus der Region
Lieber Urs
Vor fast dreissig Jahre hast Du begonnen, als Schreiner auf dem Aspasia-Areal zu wirken! 1991 hast Du zusammen mit Jona Steiner die Nachfolge der Schreinergenossenschaft Tropfe angetreten. Als dieser und später auch ein weiterer Kollege ausgeschieden sind, hast Du im Jahr 2001 mit Madeleine Burkhardt eine Werkstattgemeinschaft gegründet – bestehend aus der Schreinerei Urs Hofmann und der Schreinerei Madeleine Burkhardt.
Ein Mann und eine Frau – zwei Einzelfirmen – zwei Persönlichkeiten – beide in derselben Branche tätig; Ihr habt zwar zusammen Maschinen, Werkzeug und Materialien und schliesslich auch einen Lieferwagen angeschafft, in denselben Räumen und recht nah voneinander gewirkt – aber ihr wart auch Konkurrentin und Konkurrent – zwei Handwerksbetriebe mit unterschiedlicher Kundschaft, unterschiedlichen Vorstellungen, unterschiedlichen Ansprüchen.
Du hast aber nicht nur als Schreiner auf dem Areal gewirkt – Du hast dich bei allen Anlässen, die wir von der Aspasia AG aus organisiert haben, immer engagiert. Du hast mit den ganz verschiedenen Mieterinnen und Mietern der Rosenstrasse 11 die Mieterversammlungen organisiert und kleine Defekte gleich selbst behoben oder Unterstützung organisiert, zuletzt bei der Corona-Krise in diesem Frühjahr. Und Du warst mit uns an der Abdankungsfeier für Margrit Hauser im letzten Jahr, an der Töss bei Wila. Dafür sind wir Dir sehr dankbar, das bleibt alles unvergessen.
Du interessierst Dich für die Geschichte und für Menschen, und wenn ich, Anna-Verena, dir selten einmal in Winterthur begegnet bin, kamen wir jedes Mal sofort ins Gespräch. Immer freundlich – immer gemütlich – so wohltuend habe ich Dich erlebt. Einmal habe ich beobachtet, mit welcher Sorgfalt du das Auto beladen hast – eine Sorgfalt, die in Eurem Beruf gewiss selbstverständlich ist, mir aber als Eindruck haften bleibt …
In der Festschrift, die wir 2014 gemacht haben, schreibst Du, dass Du am liebsten mit Massivholz aus der Region arbeitest. Das passt so gut zu unserem Bild von Dir! Wir freuen uns, wenn wir dir in den Strassen von Winterthur oder auf dem Aspasia-Areal wieder einmal begegnen und einen Schwatz abhalten – hoffentlich sind nicht wir dann gerade in Eile …

Thomas Fries und Anna-Verena Fries